Honiglehrgang – Honig und Kunde

Herzlich Willkommen im Kapitel „Honiglehrgang – Honig und Kunde“.

Mit der Weiterverarbeitung unseres nun vorhandenen Qualitäts-Honigs, sollten wir uns an den Bedürfnissen unseres Kunden orientieren.

Bevorzugt unser Kunde, mehr flüssigen, gerührten oder festen Honig? Welche Geschmacksrichtung wird gewünscht? Möchte der Kunde eher ein 250g oder 500g Glas, oder gar etwas ganz anderes. Entspricht die Aufmachung unseres Etikettes zum Beispiel beim Neutralglas, auch unserer Zielgruppe, die ich zum Kauf meines Qualitätshonigs animieren möchte? Habe ich Mitbewerber oder kenne ich nur „Opfer“ beim Wettstreit um den potentiellen Kunden? Wie sieht meine Preisgestaltung im Verhältnis zu der allgemeinen Preisentwicklung am Markt aus?

Ihre Antworten auf diese Fragen, sollten bei Ihrer Planung über die Weiterverarbeitung ihres Honigs unbedingt mit einfließen.

Warum kristallisiert Honig eigentlich aus? Warum oder wodurch, wird er fest?

Im Honig befinden sich natürliche Kristallisationsstoffe, wie zum Beispiel Pollen. Diese Pollen lösen den Prozess der Kristallisation im Honig aus, indem die Zuckerkristalle an ihnen andocken. Denken sie an ihr Schulexperiment „Kristalle züchten“ von damals zurück. Der Baumwollfaden fungierte als Andockstation für die Kristalle in der gesättigten Zucker- oder Salzlösung.

Im weiteren Verlauf sinken die gebildeten Zuckerkristalle auf den Boden des Gefäßes und verbinden sich mit weiteren Glukosemolekülen, die sich wiederum mit weiteren Zuckermolekülen verbinden.

Rühren

Hier hilft nur ein Rühren des Honigs, mit dem Ziel, eine feincremige Konsistenz zu erhalten. Viele kleine durch Rühren entstandene Zuckerkristalle, sind gleichbedeutend für den feincremigen Honig.

Warum kristallisieren Frühtrachthonig und Sommertrachthonig unterschiedlich schnell? So, wie die äußere Temperatureinwirkung auf die Geschwindigkeit des Kristallisationsprozesses einen entscheidenden Einfluss hat, verfügen beide Ernten die zu unterschiedlichen Zeiten eingebracht wurden, über unterschiedliche Anteile an Trauben- und Fruchtzucker.

Merke: Ein hoher Traubenzuckergehalt, sowie eine niedrige Temperatur wirken sich fördernd auf eine schnelle Kristallisation aus!

Rapshonig, ist hier als bestes Beispiel zu benennen. Rapshonig ist übrigens das geeignete Mittel, um einen anderen Honig zu impfen, so das er fest wird. Die Menge des Impfhonigs sollte kleiner als 5 Prozent betragen, als der zu impfende Honig. Beachten sie beim impfen die Wahl der Honigsorten!

Wann sollte man, mit dem Rühren vom Honig beginnen?

Man beginnt mit dem Rühren von Honig, wenn er beginnt sich einzutrüben. Das Rühren von Honig beendet man, wenn der Honig gerade noch so fließfähig ist. Beachten sie bitte, das Rührwerkzeug muss beim Rühren vom Honig bedeckt bleiben. Die Drehrichtung bei zum Beispiel der Rührspirale, muss nach oben gehen. Es muss vermieden werden, Luft in den Honig unterzurühren! Bitte rühren sie nicht mit einer Maschine, zum Beispiel einer Bohrmaschine, die das Rühr – Werkzeug mittels 3 Backenfutter fasst. Die Gefahr ist zu hoch, das durch den mechanischen Abrieb Metallspäne in den Honig gelangen! Rühren sie langsam und gleichmäßig und das möglichst 2 mal am Tag für jeweils bis zu 5 Minuten. Die optimale Rührtemperatur des Honigs sollte um die 14 Grad Celsius betragen. Ein Überrühren des Honigs, ist klar erkennbar: Der Honig wird hell und schäumt auf.

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